Verkaufsmandat ausschreiben: Warum Sie nicht selbst nach einem Immobilienmakler suchen müssen
Sie möchten Ihr Haus verkaufen. Der Entschluss ist gefasst. Vielleicht haben Sie bereits eine ungefähre Vorstellung vom Verkaufspreis. Nun stellt sich die nächste Frage:
Welchen Immobilienmakler sollen Sie beauftragen?
Der klassische Weg ist bekannt.
Sie recherchieren Immobilienmakler in Ihrer Region, besuchen verschiedene Websites, lesen Bewertungen und vereinbaren erste Gespräche.
Anschliessend lassen Sie Ihre Immobilie einschätzen und fordern Angebote an.
Doch es gibt auch einen anderen Ansatz.
Statt selbst mehrere Makler zu suchen, können Sie Ihre Immobilie einmal erfassen und Makler dazu einladen, sich um Ihr Verkaufsmandat zu bewerben.
Dieser Unterschied verändert nicht unbedingt den eigentlichen Immobilienverkauf. Er verändert vor allem, wie Eigentümer ihren Makler auswählen.
1. Was bedeutet es, ein Verkaufsmandat auszuschreiben?
Ein Verkaufsmandat ist der Auftrag, den ein Immobilieneigentümer einem Makler für die Vermarktung und Vermittlung seiner Immobilie erteilt.
Bei einer Ausschreibung beschreibt der Eigentümer zunächst seine Immobilie und die wichtigsten Anforderungen an den geplanten Verkauf.
Interessierte Makler können daraufhin ein Angebot für die Übernahme des Mandats einreichen.
Darin können sie beispielsweise erläutern, welche Leistungen sie anbieten, wie sie die Vermarktung organisieren möchten und welche Konditionen gelten.
Der Eigentümer entscheidet anschliessend, ob und mit welchem Makler er zusammenarbeiten möchte.
Der Unterschied zur klassischen Maklersuche liegt also in der Reihenfolge.
Bei der traditionellen Suche wählt der Eigentümer zunächst mögliche Makler aus und bittet diese um eine Offerte.
Bei einer Ausschreibung steht zuerst die Immobilie mit dem konkreten Verkaufsbedarf im Mittelpunkt.
Die Makler bewerben sich um den Auftrag des Eigentümers.
2. Warum der klassische Weg aufwendig sein kann
Wer sein Haus verkaufen möchte, beginnt häufig mit einer Internetsuche.
«Immobilienmakler Zürich»
«Haus verkaufen Aargau»
«Bester Immobilienmakler Winterthur»
Die Suchergebnisse führen zu Maklerbüros, Bewertungsplattformen und Immobilienportalen.
Doch welcher Anbieter passt tatsächlich zur eigenen Immobilie?
Ein Makler kann beispielsweise besonders viel Erfahrung mit Eigentumswohnungen haben.
Ein anderer ist auf Einfamilienhäuser spezialisiert.
Wieder ein anderer konzentriert sich auf hochwertige Liegenschaften oder Renditeobjekte.
Eigentümer müssen deshalb verschiedene Informationen zusammentragen, bevor sie eine fundierte Entscheidung treffen können.
Das kostet Zeit.
Ausserdem besteht die Gefahr, dass sich die Auswahl auf jene Makler beschränkt, die bei Google besonders sichtbar sind oder bereits persönlich bekannt sind.
Eine hohe Online-Sichtbarkeit ist jedoch nicht automatisch ein Nachweis dafür, dass ein Makler für eine bestimmte Immobilie am besten geeignet ist.
3. Was ändert sich, wenn Makler sich beim Eigentümer bewerben?
Stellen wir uns eine Eigentümerin vor, die ihre 4,5-Zimmer-Eigentumswohnung im Kanton Zürich verkaufen möchte.
Sie möchte den Verkauf professionell begleiten lassen.
Allerdings weiss sie noch nicht, welchen Makler sie beauftragen soll.
Statt mehrere Maklerbüros einzeln anzuschreiben, erfasst sie ihre Immobilie auf einer Plattform, auf der Makler Angebote für Verkaufsmandate abgeben können.
Die interessierten Makler erhalten damit die Möglichkeit, sich anhand eines konkreten Verkaufsprojekts zu präsentieren.
Ein Makler könnte beispielsweise seine Erfahrung mit vergleichbaren Eigentumswohnungen hervorheben.
Ein anderer legt besonderen Wert auf seine Vermarktungsstrategie.
Ein dritter erläutert, welche Leistungen in seiner Provision enthalten sind.
Die Eigentümerin erhält dadurch unterschiedliche Angebote, die sich auf dieselbe Immobilie beziehen.
Der Vorteil liegt nicht darin, automatisch möglichst viele Makler zu finden. Entscheidend ist, relevante Angebote für einen konkreten Verkaufsauftrag zu erhalten.
Ob und wie viele Makler sich bewerben, hängt unter anderem von der Region, der Immobilie und der Teilnahme interessierter Makler ab.
4. Eine Immobilie – unterschiedliche Verkaufsstrategien
Nicht jeder Immobilienmakler würde dieselbe Immobilie auf die gleiche Weise vermarkten.
Das lässt sich anhand eines fiktiven Beispiels zeigen.
Ein Einfamilienhaus hat einen geschätzten Marktwert von CHF 1'300'000.
Drei Makler interessieren sich für das Verkaufsmandat.
Makler A empfiehlt eine breite öffentliche Vermarktung mit professionellen Bildern, Immobilienportalen und einer gezielten Ansprache von Familien.
Makler B schlägt vor, zunächst sein bestehendes Netzwerk potenzieller Käufer anzusprechen und die Immobilie anschliessend öffentlich auszuschreiben.
Makler C möchte das Haus besonders stark über seine Lage und das Entwicklungspotenzial des Grundstücks positionieren.
Alle drei Ansätze können je nach Objekt sinnvoll sein.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:
«Welcher Makler verlangt die tiefste Provision?»
Sondern:
«Welcher Makler hat für meine Immobilie die überzeugendste Verkaufsstrategie?»
Dabei sollten Eigentümer auch kritisch prüfen, wie die Empfehlungen begründet werden.
Ein besonders hoher versprochener Verkaufspreis ist allein noch kein Qualitätsmerkmal.
5. Welche Informationen benötigt ein Makler für eine Offerte?
Damit ein Makler ein sinnvolles Angebot abgeben kann, benötigt er Informationen über die Immobilie.
Dazu gehören typischerweise der Standort, der Immobilientyp, die ungefähre Wohnfläche, die Zimmerzahl, das Baujahr und der Zustand.
Auch die persönliche Situation des Eigentümers kann relevant sein.
Soll die Immobilie möglichst bald verkauft werden?
Ist ein bestimmter Übergabetermin wichtig?
Stehen Renovationen an?
Oder möchte der Eigentümer zunächst verschiedene Verkaufsstrategien kennenlernen?
Je genauer die Ausgangslage beschrieben wird, desto besser kann ein Makler beurteilen, ob das Mandat zu seiner Erfahrung und seinem Leistungsangebot passt.
Allerdings ersetzt eine erste Offerte nicht zwingend eine Besichtigung oder eine vertiefte Immobilienbewertung.
Gerade bei besonderen Liegenschaften können zusätzliche Abklärungen notwendig sein, bevor ein verbindlicher Verkaufsplan festgelegt wird.
6. Was sollte eine gute Maklerofferte enthalten?
Eine Maklerofferte sollte dem Eigentümer ermöglichen, die angebotene Dienstleistung zu verstehen.
Dazu gehört zunächst die Beschreibung der vorgesehenen Leistungen.
Wer erstellt die Verkaufsdokumentation?
Sind professionelle Immobilienfotos vorgesehen?
Auf welchen Plattformen soll die Immobilie ausgeschrieben werden?
Wer organisiert Besichtigungen und führt Preisverhandlungen?
Auch die Kosten müssen nachvollziehbar sein.
Wird eine prozentuale Provision vereinbart oder ein Festpreis?
Welche zusätzlichen Auslagen können entstehen?
Wann werden Gebühren fällig?
Darüber hinaus sollte klar sein, welche weiteren Schritte vorgesehen sind, bevor ein Maklervertrag abgeschlossen wird.
7. Bedeutet eine Maklerausschreibung, dass mehrere Makler gleichzeitig verkaufen?
Nein. Hier muss zwischen zwei unterschiedlichen Situationen unterschieden werden.
Mehrere Maklerofferten einholen bedeutet zunächst nur, dass sich Eigentümer verschiedene Angebote für einen Verkaufsauftrag ansehen.
Das ist noch keine Mandatsvergabe.
Mehrere Makler gleichzeitig beauftragen ist dagegen eine Frage der anschliessenden Vertragsgestaltung.
In der Schweiz sind dabei unter anderem Alleinaufträge und Einfachaufträge verbreitet.
Die konkreten Rechte und Pflichten ergeben sich aus dem jeweiligen Vertrag.
Wer mehrere Offerten erhält, kann sich also trotzdem dafür entscheiden, anschliessend nur einen Makler zu beauftragen.
Mehr dazu erklärt unser Ratgeber Alleinauftrag oder Einfachauftrag: Welches Maklermandat passt zu Ihnen?.
8. Ist die günstigste Maklerofferte automatisch die beste?
Der erste verlangt eine Provision von 2 Prozent.
Der zweite verlangt 2,5 Prozent.
Bei einem angenommenen Verkaufspreis von CHF 1'200'000 entspricht das CHF 24'000 beziehungsweise CHF 30'000.
Die Differenz beträgt CHF 6'000.
Die Beträge sind ein fiktives Rechenbeispiel und verstehen sich ohne Berücksichtigung allfälliger Mehrwertsteuer oder zusätzlicher Kosten.
Der günstigere Makler kostet also zunächst weniger.
Doch welche Leistungen sind in den Angeboten enthalten?
Welche Erfahrung haben die beiden Makler mit vergleichbaren Immobilien?
Wie unterscheiden sich die vorgeschlagenen Vermarktungsstrategien?
Und wie wird der spätere Verkaufsprozess begleitet?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich die Offerte sinnvoll beurteilen.
Eine höhere Provision garantiert keinen besseren Verkaufspreis.
Umgekehrt bedeutet eine tiefere Provision nicht automatisch eine schlechtere Leistung.
Eigentümer sollten deshalb das gesamte Angebot vergleichen und nicht ausschliesslich den Preis.
Eigentümer sollten deshalb das gesamte Angebot vergleichen und nicht ausschliesslich den Preis.
9. Was sollten Eigentümer vor der Mandatsvergabe prüfen?
Bevor ein Makler verbindlich beauftragt wird, sollten die wichtigsten Punkte schriftlich geklärt werden.
Dazu gehören insbesondere der Leistungsumfang, die Vergütung, allfällige zusätzliche Kosten, die Vertragsdauer, Kündigungsmöglichkeiten und mögliche Provisionsansprüche nach Vertragsende.
Die rechtlichen Grundlagen des Mäklervertrags finden sich in Art. 412 ff. des Schweizer Obligationenrechts.
Besonders wichtig ist die Frage, unter welchen Voraussetzungen eine Provision geschuldet wird.
Nach Art. 413 OR entsteht der Anspruch auf Mäklerlohn grundsätzlich, wenn der angestrebte Vertrag infolge des Nachweises oder der Vermittlung des Maklers zustande gekommen ist.
Für vereinbarte Auslagen gelten besondere Regeln.
Die konkrete Vertragsgestaltung sollte deshalb vor der Unterzeichnung geprüft werden.
Eine Offerte und ein späterer Maklervertrag sind nicht automatisch dasselbe.
10. So funktioniert die Maklerwahl über Makli
Makli setzt bei der Auswahl des Immobilienmaklers an.
Eigentümer können ihre Immobilie kostenlos auf der Plattform erfassen.
Passende Immobilienmakler erhalten die Möglichkeit, sich mit einem Angebot um das Verkaufsmandat zu bewerben.
Der Eigentümer kann anschliessend die eingegangenen Offerten beurteilen.
Dabei stehen nicht nur die Konditionen im Mittelpunkt, sondern auch die angebotenen Leistungen und die vorgeschlagene Verkaufsstrategie.
Der wesentliche Unterschied:
Der Eigentümer muss nicht zuerst entscheiden, welche Makler er kontaktieren möchte. Er kann seine Immobilie präsentieren und interessierte Makler Angebote abgeben lassen.
Ob daraus eine Zusammenarbeit entsteht, entscheidet der Eigentümer.
Makli garantiert weder eine bestimmte Anzahl von Angeboten noch einen bestimmten Verkaufspreis.
Die Plattform schafft jedoch einen zusätzlichen Weg, um Maklerofferten für eine konkrete Immobilie einzuholen.
11. Wann lohnt sich dieser Ansatz besonders?
Eine Ausschreibung des Verkaufsmandats kann insbesondere dann interessant sein, wenn Eigentümer noch keinen bevorzugten Makler haben.
Auch wer unterschiedliche Vermarktungsstrategien kennenlernen möchte, kann von mehreren Angeboten profitieren.
Ebenso für Personen, die ein geerbtes Haus verkaufen möchten oder vor einem Immobilienwechsel stehen.
Gerade bei solchen Entscheidungen ist es hilfreich, unterschiedliche fachliche Perspektiven einzuholen.
Wer bereits einen Maklervertrag abgeschlossen hat, sollte dagegen zuerst seine bestehenden vertraglichen Verpflichtungen prüfen, bevor ein weiteres Mandat vergeben wird.
Fazit: Nicht nur Makler vergleichen, sondern Angebote für Ihre Immobilie erhalten
Beim Immobilienverkauf geht es um eine wichtige finanzielle Entscheidung.
Die Wahl des Maklers sollte deshalb nicht allein auf einer Google-Suche, einer persönlichen Empfehlung oder dem ersten Beratungsgespräch beruhen.
Eine Alternative besteht darin, das Verkaufsmandat auszuschreiben und interessierte Makler konkrete Angebote abgeben zu lassen.
Dadurch wird die Immobilie mit den Bedürfnissen des Eigentümers zum Ausgangspunkt der Maklerwahl.
Die eingegangenen Offerten können anschliessend anhand von Leistungen, Strategie und Konditionen beurteilt werden.
Sie suchen keinen Makler. Makler bewerben sich bei Ihnen.
Immobilie einmal erfassen → Maklerangebote erhalten → Verkaufsmandate vergleichen → selbst entscheiden.
Makli für Immobilieneigentümer
Immobilie einmal erfassen → Maklerangebote erhalten → Verkaufsmandate vergleichen → selbst entscheiden.
Makli für Immobilieneigentümer